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Exklusiv-Interview

Wenn der Weltengeist aus einem Raben spricht

Ein außergewöhnliches Gespräch zwischen Saskia und Frächz, dem Raben von Katernberg.

Aquarell: Saskia im Gespräch mit dem Raben Frächz am Nachmittag
Interview am Nachmittag – ein Gespräch mit Saskia und Frächz

Saskia

Hallo und Bonjour, Rabe von Katernberg, ich bin Saskia. Ich würde mich gerne mit Dir unterhalten und Dich etwas fragen – von Nadi aus (die junge Dame, die unter dem Dach wohnt). Ist das für Dich in Ordnung?

Frächz

Du fragst nach dem OK. So sei es.

Saskia

Danke.

Frächz

Bitte. Mögen die Spiele beginnen.

Oha! Saskia stutzt.

Saskia

Ich habe eine Nachricht von Nadi für Dich. Sie möchte Dir sagen, dass Du ihr Leben erhellt hast.

Frächz

Schön, dass sie das so sieht.

Saskia

Ich bin etwas erstaunt. Freut Dich das?

Frächz

Naja, mhmmm, lass mich überlegen. Ich dachte, es kommt das Übliche: «Hallo, lieber Rabe, wie geht es Dir?» So, wie Kinder das machen, ohne Dich ernst zu nehmen, wenn ich sie anschaue.

Saskia

Und jetzt?

Frächz

Jetzt geht es mir gut. Ich freue mich darüber.

Saskia

Nadi meint das durchaus ernst. Wie hast Du gelernt, mit Menschen zu sprechen?

Frächz

Ihr seid alle so durchschaubar. Tut so klug. Ihr solltet die Welt einmal von oben betrachten. Es ist so interessant, das Gewusel aus dem Flug zu sehen. Im ganzen Treiben zu landen, etwas zu Fressen zu finden und Euren Gesprächen zuzuhören. Wir Raben sind eng mit Euch verbunden. Es ist also gar nicht so schwer, mit Euch zu kommunizieren.

Saskia

Danke für die Lektion. Also meinst Du, wir sollen höflich mit Euch Tieren umgehen? Zum Beispiel ein Gespräch mit einem «Wie geht’s?» zu beginnen?

Frächz

Mhm, ja, das ist keine schlechte Idee und wird Dir später bestimmt noch helfen und sich als nützlich erweisen.

Saskia

Wie machst Du das, dass Du Dich meiner Sprache bedienen kannst? Ich habe den Eindruck, der Weltengeist spricht aus Dir.

Frächz

Gut erkannt. Wie aus jedem anderen Wesen auf dieser Erde auch. Hast Du noch eine Frage an mich?

Saskia

Aus welchem Grund hast Du Dir ausgerechnet Nadi ausgesucht?

Frächz

Ich mag sie. Sie hat leckere Nüsse. Und sie hat gerne Gesellschaft.

Saskia

Kannst Du mir ein bisschen mehr sagen?

Frächz

Sie macht lustige Sachen mit mir, hat Flausen im Kopf, ist ein pfiffiger Mensch. Warum sollte ich mich nicht mit ihr beschäftigen? Ich beobachte sie oft von meinem Baum aus.

Saskia

Weißt Du, dass sie ein Kinderbuch herausbringt mit dem Namen «Rabe Frächz», zu dem Du sie inspiriert hast?

Frächz

Frächz klingt wie heiser. Warum nennt sie mich so?

Saskia

Ich weiß nicht, ob ich das richtig ausspreche. Wir Menschen probieren, so Euren Laut nachzuahmen. So oder ähnlich klingt das für uns.

Frächz

Wo finde ich das Buch?

Saskia

Noch ist es in der virtuellen Welt. Möchtest Du Nadi eine Nachricht übermitteln?

Frächz

Vielleicht findet sie einen charmanteren Namen für mich. Vielleicht Frächz der Laute? Oder Frächz der Entdecker? Oder, noch besser, Frächz der Eroberer?

Saskia

Ich kann ihr das gerne vorschlagen. Benötigst Du sonst etwas?

Frächz

Wasser brauche ich bei der Hitze. Es geht doch nichts über einen frischen Schluck Wasser, der kühlend die Kehle herunterläuft.

Saskia

Ist sonst alles in Ordnung?

Frächz

Manchmal fühle ich mich alleine, wenn meine Geschwister wegfliegen. Und dann wieder bin ich neugierig. Dann schaue ich gerne bei Nadi vorbei. Ich bin froh, sie gefunden zu haben. Und sie umgekehrt bestimmt auch. Sie spricht mit mir und gibt mir leckere Nüsse. Das soll sie gerne weiter mit mir machen. Das tut mir gut und ist lustig.

Saskia

Ich danke Dir für das Gespräch und wünsche Dir einen guten Tag.

Frächz

Gerne. Ich flieg dann einmal los. Tschüss. Bis zum nächsten Mal.

Storyboard zum Interview

Storyboard zum Interview: sechs Aquarell-Szenen von Saskia und Frächz